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Shownotes
Die Reporterinnen rekonstruieren die Nacht, in der Hannes aus dem Regionalzug stürzt. Sie treffen einen Mann, der dabei war. Eigentlich wollte er nicht mehr reden, aber jetzt erzählt er von den schweren Jahren, die hinter ihm liegen. Ist Hannes aus dem Zug gesprungen – oder wurde er von einem Halle-Fan rausgeschubst? Drei Zeuginnen widersprechen der offiziellen Version und wundern sich, dass man ihnen nicht zugehört hat. “Der Zug” ist eine Podcast-Serie der Süddeutschen Zeitung und Auf Ex Productions. Jeden Donnerstag kostenlos eine neue Folge hier im Kanal “Der Zug”. Oder ab dem 23. Juli direkt alle fünf Folgen werbefrei hören mit einem SZ Plus-Abo auf https://sz.de/zug-podcast, bei Apple Podcasts oder bei Spotify.
Transkript anzeigen
00:00:05: Es ist der XXVI.
00:00:06: November, ein nass kalter grauer Samstag.
00:00:12: Fast zwanzigtausend Zuschauer und Zuschauerinnen sind ins Magdeburger Heinz Krügelstadion gekommen.
00:00:18: Der erste FC M hat einen Heimspiel in der dritten Liga gegen den Halleschen FC Aber es ist kein normales Heimspiel.
00:00:27: Nichts ist mehr wie es noch vor kurzem war.
00:00:30: Spiele gegen den ewigen Erzgewahlen aus Halle sind sonst krass aufgeheizte Derbys.
00:00:36: Aber jetzt, kurz vor Anpfiff ist es viel ruhiger als sonst – der Gäste-Fanblock ist komplett leer geblieben.
00:00:46: Fußball ist an diesem Tag eigentlich völlig egal.
00:00:50: Viel wichtiger ist was jetzt vor dem Spiel passiert!
00:00:55: Der Stadionsprecher auf dem Rasen kündigt einen besonderen Gast an.
00:01:20: Neben dem Stadionsprecher steht ein Mann in einem grauen Strickpoli.
00:01:26: Unter seiner ebenso grauen Mütze schauen blonde Stränen hervor, um sein Hals hängt ein blau-weißer Schal.
00:01:34: Er hat die Arme hinter den Rücken verschränkt und guckt ernst in die Ferne.
00:01:40: Der Stadionsprecher sagt, dass neben ihm der Bruder steht Und er muss gar nicht sagen, wessen Bruder er meint.
00:01:47: Jeder und jede auf den Tribünen weiß es sofort Es ist der Brudder von Hannes.
00:01:54: Hannes steht auch groß auf dem blau-weißen Schal Den der Brut um den Hals trägt Und dort steht auch Du bist niemals alleine.
00:02:06: Ihr kennt Christoph Schinler schon aus der ersten Folge.
00:02:10: In diesem Moment Ende November ist es keine zwei Monate her, dass ein kleiner Bruder Hannes aus einem Zug gestützt ist.
00:02:18: Hannes war Magdeburg-Fan und ist im Zug auf Fans des Hallischen FC gestoßen – und das spricht sich danach auch schnell rum!
00:02:27: Nicht nur in Magdeburg, in ganz Sachsen-Anhalt und Deutschlandweit.
00:02:32: Wenig später wurde Hannes schwer verletzt auf den Bahngleisen gefunden.
00:02:36: Was genau im Zug am ersten Oktober, ist unklar.
00:02:42: Nach elf Tagen im Koma ist Hannes am zwölften Oktober in seinen schweren Verletzungen gestorben.
00:02:50: Heute, fast zehn Jahre später erzählt uns sein Bruder Christoph wie schwer ihm dieser Auftritt auf dem Rasen in Magdeburg damals gefallen ist.
00:03:00: Dann war ich aber bis zum Spiel, da ich hin und her gerissen.
00:03:02: machte das jetzt wirklich oder man macht es nicht?
00:03:04: oder dann habe ich die Rede geschrieben Damals noch ohne KI.
00:03:09: Habt ihr denn der Freundin geschickt, die damals quasi an meiner Seite war?
00:03:13: Die mich da zum Glück begleitet hat und die hat gesagt sie hat die erste Zeile gelesen Und dann hatte ich angefangen zu weinen und Hat nicht weitergelesen.
00:03:23: ja und dann habe Ich mich dazu entschieden um das zu machen so.
00:03:26: dass ist auch natürlich ein spannender Moment gewesen davor zwanzig tausend leuten auf dem auferhasen zu stehen.
00:03:32: schwierige situation tatsächlich.
00:03:34: Diese erste Zeile, die Christophs gute Freundin vor zum Bein gebracht hat und die er jetzt in der Stadionmikrofon spricht, klingt dann so.
00:03:51: Stell dir vor du gehst heute Abend schlafen und wenn du morgen früh wach wirst ist alles anders.
00:03:57: Christoph's Stimme bricht da schon leicht aber er macht weiter.
00:04:26: Du weißt nicht wirklich, was du tust.
00:04:33: Wenn ich mir diese Rede von Christoph heute anschaue, bin ich wirklich beeindruckt davon.
00:04:38: Wie persönlich wie ehrlich und mutig und wie leise sie beginnt!
00:04:42: Und das an einem Ort, an dem es normalerweise so laut zugeht.
00:04:46: Das ganze Stadion hört ihm Gebands zu.
00:04:50: Christoph merkt wie seine Nervosität nachlässt Aber er kämpft mit einem unerwarteten Problem der Technik.
00:04:57: Der Hall ist so laut dass er sich doppelt hört aber Christoph lässt sich nicht beirren.
00:05:03: Er liest weiter von dem Diener Vierzettel ab, den er in der linken Hand hält.
00:05:38: Christophs Eltern, Silke und Horst haben ihn gebeten an diesem Tag im Namen der Familie zu sprechen.
00:05:45: Sie wussten dass er – der ruhige und nachdenkliche der beiden Söhne – schaffen würde wozu sie gerade einfach noch nicht in der Lage sind die Trauer in Worte zu fassen das unbeschreibliche zu beschreiben.
00:06:00: Christoph sagt Die Rede zu schreiben war gar nicht so schwer Das Floss so raus!
00:06:09: Denn er berichtet nun auch von den Wochen, die sie hinter sich haben.
00:06:13: Davon wie die Familie von der Lokalpresse und auf Social Media belagert wurde während Hannes im Krankenhaus lag.
00:06:21: Aber Christoph bedankt sich in seiner Rede auch bei den Menschen im Stadion für die große Solidarität, die es gab Und für Gedenkaktionen, die Hannes stolz gemacht hätten.
00:06:33: Zum Ende seiner Rede spricht Hannes Puder-Christoph die Fans direkt an.
00:06:37: Es ist ihm wichtig darauf hinzuweisen, dass doch eine Leidenschaft wie Hannes sie für den Fußball hatte niemals in so einer Tragödie
00:06:45: enden darf.
00:07:05: Weil's Menschen gibt, die andere Farben hassen.
00:07:08: Weils Menschen gibt ,die andere Embleme hasten.
00:07:11: Weil es Menschen gibt Die Andere Stehende hassen.
00:07:14: Das muss aufhören!
00:07:17: Jeder
00:07:17: Mensch hat Familie, hat Freunde, hat Kollegen und Bekannte.
00:07:23: All denen wird unglaublich viel Leid beigetragen Doch ich glaube dass wir alle hier stärker sein können.
00:07:32: Stärker als Gut,
00:07:39: stärker als Hass und vor allem stärker als Gewalt.
00:07:44: Das ist Christophs Appell an alle im Stadion.
00:07:49: Seine Rede dauert jetzt schon über fünf Minuten, das Spiel hätte eigentlich längst angepfiffen werden sollen aber Christoph ruft noch mal dazu auf dass der Tod seines Bruders zu einem Umdenken führen muss.
00:08:02: Wir unterstützen unserem Club.
00:08:05: Wir schreien als ein Team zu Sieg, aber ohne Darweilen in Gegnern zu beleidigen, ohne ihn anzugreifen und
00:08:11: ihn zu verletzen – alles was hier zählt ist der sportliche Erfolg!
00:08:18: Vielen
00:08:18: Dank.".
00:08:23: Danach umarmt der Stadionsprecher Christoph Und von den Rängen kommt lauter Applaus.
00:08:29: Man merkt wie sehr sich Christoph vorher zusammengerissen hat.
00:08:33: Jetzt wo die Anspannung vom Abfeld kann er die Tränen nicht mehr zurückhalten.
00:08:38: Er läuft langsam vom Platz und wäscht sich über das Gesicht.
00:08:43: Das Spiel endet später.
00:08:44: eins zu null für Magdeburg, bloß das weiß heute niemand mehr.
00:08:49: Die Rede von Christoph aber hat niemand vergessen.
00:08:55: Eine Frage stellt Christoph damals im Stadion nicht – obwohl sie ihn und seine Eltern in den Tagen und Wochen nach Hannes Tod besonders quält!
00:09:05: Und diese Frage quillt die Familie Schindler bis heute, weil sie immer noch unbeantwortet ist.
00:09:13: Warum musste Hannes sterben?
00:09:17: Oder anders gefragt – was ist an diesem ersten Oktober im Zug geschehen in den Hannes mit seinen Freunden stieg?
00:09:26: Was ist im RB-Einzechsvierdreieins passiert?
00:10:08: Wenn man vor einem offenen Pulverfass steht, sollte man kein Streichholz zünden.
00:10:13: Das dachten sich nach Hannes Tod auch zwei Vereine die eine lange sportliche Rivalität verbindet – der erste FC Magdeburg und der Hallische FC mit ihren wichtigsten Ultrakruppierungen der Block U auf Seiten von Magdeburg und die Salefront von Halle.
00:10:29: Es steht nach dem Vorfall am ersten Oktober, auch bald in allen Medienberichten.
00:10:35: In dem Zug aus dem Hannes gefallen ist waren eine Menge Hallefans – es soll zu einer Auseinandersetzung gekommen sein!
00:10:45: Die Vereinsführung treffen sich zu einer Sicherheitskonferenz um eine Eskalation zwischen den verfeindeten Fanlagern zu verhindern.
00:10:53: Alle werden zur Besonnenheit aufgerufen.
00:10:56: Beim ersten Halleheimenspiel, nachdem Hannes aus dem Zug gestürzt ist, bleibt es sogar dort im Ultra-Fanlock zehn Minuten still.
00:11:04: Ein Zeichen des Respekts!
00:11:07: Und an jenem Derbytag als Hannesbruder Christoph die Rede hält gibt es dann ein Abkommen – keine Hallefans beim Spiel in Magdeburg.
00:11:16: Das wäre nur schiefgegangen.
00:11:19: Robert Hannes' besten Freund, den ihr aus der ersten Folge kennt, reicht das aber nicht.
00:11:25: Er sich sofort sicher Die Halleleute haben Hannes auf dem Gewissen.
00:11:30: Und er versucht, auf eigene Faust mehr herauszufinden über diese tragische Nacht.
00:11:36: Gleich am Tag nach Hannes Sturz trommelt er die Freunde zusammen, die mit Hannes im Zug
00:11:40: waren.
00:11:58: Auch wir wollen heute natürlich mit den Leuten sprechen, die im Zug dabei gewesen sind.
00:12:03: Wir haben deshalb Hannes' Mutter Selke Schindler gefragt, ob sie einen Kontakt zu den drei Freunden herstellen kann – mit denen Hannes damals unterwegs war.
00:12:12: Sie sagt, sie kann es versuchen, könne aber nichts versprechen!
00:12:17: Der eine kam seit dem Vorfall nicht mehr bei den Schindlers vorbei.
00:12:21: Beim anderen sieht sie höchstens mal die Eltern beim Einkaufen und dem Dritten Dem gehe es seit Hannes tot alles andere als gut.
00:12:30: Sie glaubt nicht, dass er drüber reden will.
00:12:33: Wir probieren es trotzdem und tatsächlich – nur drei Stunden nach unserer Nachricht ruft uns der Dritte Freund
00:12:46: an!
00:13:09: Das ist Robin, so nennen wir ihn hier.
00:13:12: Er heißt eigentlich Anders.
00:13:14: Robin war nicht nur einer der engeren Freunde von Hannes.
00:13:18: Er war nach Hannes Tod auch weiter in der Magdeburger Fanszene aktiv und als echter Ultra – das werden wir in dieser Recherche noch oft merken spricht man nicht, mit Nicht-Ultras über Ultrasachen.
00:13:31: Man spricht auf jeden Fall nicht mit der Polizei und man spricht nicht mit Journalistinnen oder wie Robin es sagt?
00:13:38: Das ist sehr das Fußbilding, das Ultranding war da, spreche
00:13:42: ich nicht unter.
00:13:44: In den vergangenen zehn Jahren ist Robbins Skepsis gegenüber der Polizei noch größer geworden – und seine Wut auf die Ermittlungsbehörden.
00:13:53: Und gerade deshalb spricht er jetzt eben doch!
00:13:56: Mit uns den Journalistinnen.
00:13:59: Weil Robin hofft, dass durch diesen Podcast etwas passiert – das Wiederbewegung in den Fall kommt und er endlich Antworten erhält auf Fragen die er seit zehn Jahren hat, obwohl er dabei war als alles passiert ist.
00:14:16: Uns ist klar wir müssen Robin kennenlernen!
00:14:22: Und so macht sich unser Reporter Marvin im Oktober.
00:14:29: Es ist ein Wolkenverhangender Tag und wieselt so fein, dass man es fast nicht bemerkt.
00:14:34: Und gleichzeitig irgendwie doch!
00:14:36: Robin wartet schon am Bahnhof.
00:14:39: Eine Hand hält er tief in der Jackentasche vergraben – als wären das schon Minusgrade.
00:14:44: Mit der anderen hält er eine qualmne Zigarette.
00:14:57: Auf dem Weg zur Robbins Wohnung erzählt er beiläufig von der Geschichte des Viertels, als würde er an seiner Freizeit statt Touren machen.
00:15:04: Er lächelt zwar, aber durch seine Brille wirken seine Augen traurig und Robin selbst auch irgendwie ruhig und nachdenklich.
00:15:13: Wenn man Robin fragt was Hannes als Freund ausgemacht hat wie er ihn beschreiben würde dann spricht er plötzlich noch leiser.
00:15:21: also wieso schon?
00:15:23: Und seine traurige Stimme passt irgendwie so gar nicht zu den lustigen Anekdoten die er erzählt von all dem Quatsch den man mit Hannes machen konnte.
00:15:32: So ernst die beide die Gemeinschaft der Ultras nehmen und sich einbringen, Transparenzmalen zu allen Auswärtsspielen reisen.
00:15:39: Jedes Lied mit anstimmen – so sehr es für Robin und Hannes auch.
00:15:43: der Fußball immer Spaß!
00:15:46: Und Freiheit.
00:15:49: Was passiert auf den Ring?
00:15:52: Der Rest ist hier
00:15:54: halb.
00:15:56: Der Rest is hier heil, da kommst du
00:16:02: frei.".
00:16:03: Der
00:16:12: erste Oktober, es für die beiden Freunde dann auch ein ziemlich typischer und unbeschwerter Samstag.
00:16:20: Erst in Ziemstadion – klar!
00:16:22: Wo sonst?
00:16:23: Eigentlich wollten sie sich ja am Abend mit Robert treffen.
00:16:26: Hans besten Freund.
00:16:27: Papierchen in der Garage trinken.
00:16:30: Aber Robin und Hannes schieben stattdessen mit zwei weiteren Kumpels einen Zwischenstopp ein In der Stammkneipe von Robin, im Reiterstübchen.
00:16:39: Diesen Hald ins Leben – einem Städtchen am Norden von Magdeburg.
00:16:44: Diese Kneipe, von der Robin immer so viel redet will Hannes schon lange mal sehen!
00:16:50: So richtig viel los ist dann da an dem Abend nicht aber die Barkeeperin meint dass im Ort ein kleines Oktoberfest veranstaltet wird.
00:16:58: also steht für die Jungs fest ab dahin auf den Weg holen sie noch einen Getränk in Braunhirschen einer anderen Kneipe.
00:17:06: Sie haben jetzt schon eine Menge getrunken und auf dem Oktoberfest geht es auch so weiter.
00:17:10: Sie tanzen, die Stimmung ist
00:17:12: gut.".
00:17:13: Und dann kommt Hannes mit einer ... Seine Hannes-Ideen!
00:17:17: Es gibt da so ne Party von seinem Arbeitskollegen in Rotensee.
00:17:22: Das is ein Stadtteil von Magdeburg.
00:17:36: Gucken wir, dass wir von Eichenweiler da hinkommen.
00:17:39: Und dann ist hier gut.
00:17:40: Soweit sind wir leider
00:17:41: nicht
00:17:41: gekommen.".
00:17:43: Eichenwailer das ist ein Bahnhof in Magdeburg.
00:17:46: Da wollen die vier aussteigen.
00:17:47: Das ist in der Nähe der Party.
00:17:49: Es sind nur fünf Stationen Gerade mal zwanzig Minuten Fahrzeit.
00:17:53: Um kurz vor Mitternacht kommt die Regionalbahn an Auf Klass zwei.
00:17:58: Robin stellt sich recht weit vorne ans Gleis Weil er weiß, dass der Zug dahält.
00:18:02: Dass da gleich eine Tür ist Ist die Strecke schon oft gefahren kennt alles auswendig.
00:18:09: Die beiden anderen Kumpels kommen zu ihm, aber Hannes bleibt weiter hinten stehen.
00:18:15: Wir machen das immer so beim Fußball.
00:18:18: Dann steckt der eine da und die andere da, um zu gucken wo Plätze frei sind.
00:18:22: halt einfach.
00:18:24: Und dann fuhr der Zug ein und die Hallefellen saßen hinten im Zug.
00:18:30: Das war quasi dann das Beschissene dass er in die Tür eingestiegen ist und der Zug hält.
00:18:39: Zur Erinnerung, was Robin und Hannes und ihre Freunde zu dem Zeitpunkt nicht wissen können – die Regionalbahn in die sie jetzt steigen ist voll mit Fans des Hallischen FC.
00:18:50: Gut achtzig Personen darunter viele aus der berüchtigten Gruppierung Saalefront.
00:18:56: Die waren auf dem Rückweg von einem Auswärtsspiel in Köln bereits in eine Prügelei verwickelt!
00:19:02: Und wer diese Prüglei auch schon mitbekommen hat?
00:19:05: Das ist die Gruppe aus Panks von der Robin uns da gerade erzählt hat.
00:19:11: Wir können diese Gruppe ausfindig machen und mit einer Frau sprechen, die damals dabei war.
00:19:17: Wir nennen sie hier mal Kim, was nicht ihr echter Name
00:19:31: ist.".
00:19:39: und danach zu Hause ankommen.
00:19:41: Kim ist damals achtzehn, um mit einer großen Gruppe unterwegs – zwanzig dreißig Leute sind das!
00:19:48: Sie steigen in Hannover ein und fahren zur Rückrichtung Magdeburg.
00:19:52: Kim kennt die Strecke gut, denn sie fährt sich jeden Monat mit ihren Freunden.
00:19:57: In Hannover
00:19:58: jeden ersten Samstag
00:19:59: im Monat einen Zähnetschreffen von Emus,
00:20:01: Punks, Ghosts, Metal-Fans... Und alles in diese Richtung….
00:20:06: Und in der Gruppe hat Kim diesmal eine besondere Aufgabe.
00:20:09: Sie hat das Zugticket für alle.
00:20:11: Ich hab die Verantwortung
00:20:12: des Tickets und da viele von den Leuten dabei waren, halt auch minderjährig war.
00:20:16: Da hatte ich immer so dieses ja bisschen drauf aufpassen,
00:20:19: dass sie nicht abhanden
00:20:20: kommen.
00:20:21: Sie ist also ein bisschen die Aufpasserin, die nach ihren Leuten schaut, dass es ihnen gut geht.
00:20:27: Das war auch nötig!
00:20:29: Denn als sie einsteigen merkt Kim zwei Dinge.
00:20:33: Einmal ist es deutlich voller als sonst... Und dann ist die Stimmung auch anders.
00:20:54: Kim und ihre Freunde kennen das, deshalb ignorieren sie die Kommentare.
00:21:01: Unter Kim, das Gruppenticket für alle hat, läuft sie ständig hin und her um eine Kontrolle bereit zu sein.
00:21:07: Sie merkt, dass die Fans des Hallischen FC anscheinend stark alkoholisiert sind – auch noch weiter trinken!
00:21:15: Und anscheint pöbeln die nicht nur andere Leute an sondern sich gegenseitig.
00:21:21: Kurz vor Wolfsburg schaukelt sich das hoch und es gibt ein Tumult mit einem Fahrgass der eigentlich nichts mit den Fans zu tun hat….
00:21:38: Am Bahnhof von Giffhorn kommt die Polizei dazu.
00:21:41: Sie lösen die Auseinandersetzung auf und nehmen die Personalien der Beteiligten auf, dann geht es direkt weiter.
00:21:56: Der Zug fährt noch weiter nach Wolfsburg.
00:21:59: Das ist nur eine kurze Strecke, dann müssen alle Fahrgäste aussteigen.
00:22:04: Sowohl Kim und ihre Gruppe als auch die Fans des Hallischen FC steigen jetzt an einen anderen Zug um der Richtung Magdeburg fährt.
00:22:13: Normalerweise werden solche Fangruppen von der Polizei begleitet – vor allem wenn es kurz zuvor noch eine Prügelei gab!
00:22:22: Aber das passiert heute nicht….
00:22:25: Es ist also ein unglücklicher Zufall dass Diese Hallefans genau jetzt in genau diesem Zug sitzen, der nach Magdeburg fährt und ausgerechnet in Haldensleben stoppt.
00:22:38: Ein tödlicher Zufall – denn genau dort steigen auch Hannes und Robin ein!
00:22:47: Wie gesagt, Hannes geht ans Ende des Zugs und Robin und die zwei anderen Freunde gehen in die Mitte.
00:22:54: So können sie von zwei Seiten nach freien Plätzen suchen….
00:22:58: Von den Hallefans kriegt Robin beim Einsteigen erst mal gar nichts mit.
00:23:03: Er sieht nur Kims Gruppe, die Punks wie er sie nennt.
00:23:08: Manche setzen vor den Toiletten auf dem Boden direkt an der Zugtür.
00:23:13: Ich dachte
00:23:14: und
00:23:15: ne, der Zug ist so voll, das muss doch noch stehen!
00:23:17: Na ja gut
00:23:18: aber halt so weil so viele Menschen an dem Zugabteil da vorne waren.
00:23:25: In
00:23:33: der Welt von Robin und Hannes sind die Farben, die man trägt entscheidend.
00:23:38: Rot und weiß – das heißt für sie Halle Alarm Und Hass.
00:23:45: Umgekehrt hat Blau und Weiß die gleiche Wirkung für die Fans des HFC?
00:23:50: Ich weiß Das klingt für den meisten von uns natürlich total verrückt.
00:23:54: Ich meine, jeder trägt halt was er mag.
00:23:57: Aber für die Ultras geht es um mehr!
00:24:00: Die falsche Farbe heißt für sie du bist gegen mich.
00:24:05: Das Problem ist Robin und die zwei Kumpels sehen erst mal gar keine Farben.
00:24:11: Sie können nicht in das Großraumabteil schauen dass sie von Hannes trennt.
00:24:14: Und indem die Fans des HFC sich breit gemacht haben Erst als sie sich an der Schulette und an den Punks vorbeigezwängt haben kriegen sie mit was da los ist.
00:24:25: Und sie sehen die Farben,
00:24:27: Rot
00:24:27: und Weiß.
00:24:29: Hannes im Feindesland ganz allein – Die Türen zu!
00:24:36: Das was Hannes gerade passiert ist der Albtraum eines jedem Fußballfans.
00:24:42: Aber jetzt ist es schon zu spät.
00:24:45: Ich hab nur, dass sie merkt, rot-weiß und das Hannes schon meldhundiert wird.
00:24:50: Da fliegen ja schon Wäuste und er steht da verteidigt sich halt.
00:24:53: so gibt doch mal eine.
00:24:55: aber
00:25:01: Die Hallefans prügeln sofort wild auf Hannes ein, sagt Robben.
00:25:06: Aber wie haben sie ihn so schnell als Magdeburg-Fan erkannt?
00:25:11: Darüber kann man nur spekulieren.
00:25:13: Hannes hatte ein großes FCM-Teto auf der Brust – aber das war verdeckt von Kleidung!
00:25:19: Naheligner könnte der besteckte Magdeburger Pullover sein den Hannes an diesem Tag anhatte.
00:25:26: Aber Robin erinnert sich,
00:25:28: sie hätten ihn gar nicht als Fan ausmachen können.
00:25:33: Weil die Jacke war zu, seine Weste war zu.
00:25:35: Er hatte eine Weste an und einen Garnpollower.
00:25:39: Und die Weste waren
00:25:40: zu.".
00:25:43: Robin hat sich seitdem oft gefragt, hat Hannes vielleicht beim Einsteigen irgendein Kommentar zu den Hallefans gemacht?
00:25:51: Hannes hatte ja immer ein lockeren Spruch auf den Lippen.
00:25:55: Andererseits so blöd wäre er doch nicht gewesen!
00:25:58: Einer gegen Achtzig.
00:26:01: Oder hat einer von denen Hannes einfach sofort erkannt?
00:26:05: Unter Ultras kursieren ja häufig Bilder von verfeindeten Gruppen, und Hannes war so gut wie bei jedem Spiel – und ist auch vorher ein paar Mal mit Hallefans aneinander geraten.
00:26:16: Am Ende weiß Robbe nicht was die Schläge ausgelöst hat.
00:26:22: Kimn, die Zeugin aus der Punkgruppe, hat aber noch etwas anderes gesehen ….
00:26:26: Sie sagt….
00:26:27: Man konnte Hannes klar als FCM-Fan identifizieren.
00:26:31: Er hat halt diesen blauen FCM
00:26:34: Schal
00:26:34: um, das weiß ich doch nicht.
00:26:35: Ich glaub der Rest der Kleidung war dunkel, aber ich bin mir nicht mehr sicher.
00:26:39: Das Blau
00:26:40: erkennt man unter ganz viel Rot und Weiß?
00:26:42: Den Schal habe Hannes zwar teilweise unter dem Kragen getragen, aber man konnte schon sehen, dass er Blau weiss war ... Und auch einen FCM Bezug hat, sagt Kim.
00:26:58: Und hier macht Kim eine wichtige Unterscheidung.
00:27:01: Hannes wurde angepöbelt, nicht anders herum... Als Robin und die beiden anderen verstehen in welcher Lage ihr Kumpel Hannes ist drängen sie sich durch das Abteil.
00:27:23: Der Gang ist zum Glück frei.
00:27:25: Die Hallefans sitzen fast alle Aber mit der Zeit stehen sie auf und treten jetzt auch auf Robin, die zwei Freunde ein.
00:27:33: Einer von Robins Kumpels bekommt einen Tritt ins Gesicht
00:27:35: ab.".
00:27:36: Und da sind dann die Leute schon offiziell standen und haben uns eine Drosschenheit.
00:27:41: Zwei Sekunden später waren wir an der hinteren Tür.
00:27:44: Bei Hannes standen vor
00:27:49: ihm halt.
00:27:50: Als die drei bei Hannes ankommen, rollt der Zug gerade erst aus dem Bahnhof los.
00:27:55: Die Freunde stellen sich schützend vor.
00:27:57: Hannes, der direkt vor der Tür steht Zufiert auf einer Fläche.
00:28:02: Kleiner als sein Wohnzimmer-Tisch, sagt Robin.
00:28:06: Ingegenüber große Männer deutlich breiter als sie.
00:28:10: Wir standen dann da alle schon und dann hab ich halt handesangeguckt, hat mich zu ihm umgedreht, weil dann hatten wir so diesen Augenkontakt, sag' ich mal, um zu checken, dass man halt da ist.
00:28:26: Und dann habe ich halt gesehen es ist eine Kommunikation einfach ohne Reden.
00:28:30: Das war so unter uns.
00:28:33: Das geht dann
00:28:34: nicht.".
00:28:36: Robin erinnert sich auch noch gut, was sein Freund ihm mit diesem Blick sagen will.
00:28:42: Es passiert
00:28:55: nichts.
00:29:05: Wir sind dann so flink, dass wir den Falldorf schnell aus der Tür rauskommen und die Beine in Hand nehmen, dass uns keiner ein blaues Auge kriegt.
00:29:13: Keine Ahnung!
00:29:14: Aber wer weiß was im Zupassiert wäre wenn die Tür zu
00:29:16: bleibt?
00:29:18: Waldorf das Robin hier erwähnt, das wäre der nächste Halt des Zuges.
00:29:22: fünf bis sechs Minuten dauert die Fahrt aber es geht alles viel schneller Und... ...die Tür bleibt eben nicht zu.
00:29:32: Dann hatte ich weil er so nach hinten schaut und hat halt alles gesehen, dass es so oder so... das weiß ich jetzt nicht.
00:29:40: Dass er irgendwie halt diesen... Das war aber diese Notentriegelung.
00:29:45: Er wollte halt gehe ich von aus, dass er die Notbrümserheit ziehen würde.
00:29:50: Dass wir da raus und dann ist sie gut.
00:29:53: Dann rennen wir oder nehmen Taxi oder... Dann kommt's draußen noch zu einer Keilerei.
00:29:58: keine Ahnung!
00:30:00: Wer weiß was dann passiert wäre wenns so ausgegangen wäre?
00:30:04: Keine Ahnung wäre vielleicht
00:30:05: besser.".
00:30:07: Wahrscheinlich denkt Hannes in dem Moment wirklich, dass er die Notbremse zieht.
00:30:11: Aber in Wahrheit ist es wie Robin sagt – Die Notentriegelung der Tür!
00:30:16: Mit deren Hilfe soll man die automatische Tür bei einem Defekt von Hand öffnen können….
00:30:52: Wenn Robin von diesem Erlebnis erzählt, kann man ihm nicht immer leicht folgen.
00:30:57: Manchmal scheint alles durcheinander zu gehen – all die Erinnerung, all die Emotionen!
00:31:03: Aber was er sagt?
00:31:05: Irgendwie geht die Tür in der Hektik dann auf… Und einer der Hallefans macht eine Bewegung auf ihn und Hannes zu.
00:31:16: Das ist jetzt der entscheidende Moment, der Moment in dem Hannes Schindler aus dem Zug stürzt.
00:31:24: Deswegen bitten wir im Interview Robin auch noch mal diesen Moment ganz genau zu schildern.
00:31:40: So vor mit dem Oberkörper und hat ihn halt in meiner linken Körperifte und Arm dazwischen gestorben.
00:31:46: Geschubt!
00:31:48: Aber hinter mir stand halt Hannes, damit bin ich der Meinung er hat ihn aus dem Zug geschubbt weil dieser Typ auch gesehen hat dass die Tür auf ist.
00:31:57: mehr die Tür ist
00:32:00: aufgegangen zugegangen
00:32:02: das habe ich noch gesehen.
00:32:04: drehe mich um.
00:32:05: die Tür geht wieder auf und dann kam dieser Mann Typ Und hat dann Hannes geschubt Und dann stand hinter mir halt keiner noch.
00:32:18: Dann ist die Tür ganz schön zugegeben und dann war er wie im Wachsfigurenkabinett, dann stand jeder da wie angefässtet.
00:32:26: ich wollte dann mein Telefon rausholen um ihn anzurufen aber dann wurde sofort.
00:32:33: der Telefone bleiben unten aus wird nicht
00:32:36: telefoniert.".
00:32:39: Robin sagt also Hannes wurde aus dem Zug geschubst.
00:32:44: Geschubbt so sagt man das Innen- und Ummarkteburg.
00:32:47: Und Robin sagt, er hat den Arm eines Hallefans zwischen seinem Körper und seinem Arm gespürt.
00:32:53: Bevor Hannes verschwand.
00:32:55: Kim die Zeugen, die mit ihren Freunden vom Feiern kommt kriegt diese Szene auch sehr gut mit weil sie da gerade ans Ende des Zuges geht zur ersten Klasse um die Zugbegleiterin zu suchen.
00:33:08: Sie wollte eigentlich etwas fragen wegen der Verspätung.
00:33:12: Man hat ihn
00:33:12: kaum gesehen
00:33:13: und ich weiß noch, irgendwer hat mir wirklich prügel angedroht.
00:33:16: Und irgendwann hat er die Faust erhoben
00:33:17: und...
00:33:18: Ich glaub, irgend wer hat den auch gepackt?
00:33:21: Ja!
00:33:21: Er war allein eingekistet von fünf, sechs, sieben, acht, neun.
00:33:24: Vielleicht zehn Mann davon in Hallensahnen, die ihm auf Schläge angedroht hatten.
00:33:28: Und irgend der
00:33:28: hatte schon die Fausterhoben.
00:33:30: Ich glaube, irgend Wer
00:33:30: hat den am Kran gepacken.
00:33:33: Und
00:33:34: irgendwo im Hinterkopf
00:33:35: klingelt was mit das irgendwas gesagt
00:33:36: hat, der einfach Tür
00:33:40: auf.
00:33:44: Kim hat dieses Bild nie vergessen, wie dieser Mann mit dem blau-weißen Schal plötzlich draußen am Fenster vorbeifliegt.
00:33:53: Und noch etwas anderes weiß sie noch sehr genau – aus welchem Fanlager vorher dieser Satz gekommen ist?
00:34:00: Einfach Tür auf!
00:34:06: Dieser schreckliche Anblick….
00:34:08: ein Mann der an ihr vorbei rauscht Der hat sich tief in Kims Gedächtnis eingebrannt.
00:34:14: Sie sagt, damals fühlt es sich erst mal gar nicht real an.
00:34:18: Niemand schreit – der Zug fährt einfach weiter!
00:34:21: Die Zugbegleiterin ist nirgendwo zu sehen….
00:34:24: Ist das gerade wirklich passiert?
00:34:27: Aber vor dem Interview mit uns hat Kim extra noch mit einer Freundin gesprochen die damals auch mit ihrem Zug war um sich zu versichern.
00:34:36: Ich hatte die Freundin
00:34:37: gefragt
00:34:37: ob ich gesagt habe gestürzt oder geschubst weil sie war
00:34:40: dabei.
00:34:41: Sie erinnert sich, dass sie gesagt
00:34:42: hat, da
00:34:43: wurde jemand rausgeschubst?
00:34:45: Nur schon mal eins vorwegt.
00:34:46: Die Ermittler werden Robbins und Kims Wahrnehmung – bei der sie bis heute bleiben – später widersprechen.
00:34:52: Sie werden davon ausgehen, das Handels nicht aus dem Zug geschubst wurde sondern in Panik, in Todesangst aus dem Zug gesprungen
00:35:01: ist!
00:35:02: Die Generalschnurz-Anwaltschaft Nauhmburg schreibt zwei tausend neunzehn in einer Stellungnahme.
00:35:07: Die Aussage, dass Hannes selbst die Tür entriegelte und anschließend aus dem Zug sprang wird durch die nachfolgenden Reaktionen der HFC-Fans gestützt.
00:35:16: So waren der Einschätzung des Pressefotografen *** zufolge – die Personen im Abteil alle geschockt weil mit dem Verlassen des Zuges seitens Hannes irgendwie keiner gerechnet hatte.
00:35:27: Andere Personen hörten Äußerungen wie Er ist einfach nur gesprungen?
00:35:31: Der ist gerade aus dem Zug gesprungen?
00:35:33: Warum springt er da
00:35:34: raus?!
00:35:35: Oder, na was hättest du gemacht?
00:35:37: Wäre er nicht gesprungen, wäre er jetzt tot.
00:35:40: Wortfetzen solchen Inhalts belegen eher einen Sprung oder einen Sturz aus dem Zug als die Möglichkeit dass Hannes aus dem fahrenden Zug gestoßen wurde.
00:35:49: Wir versuchen für diesen Podcast alle Zeugen zu kontaktieren wie von der Polizei identifiziert worden sind.
00:35:55: Manche Adressen und Nummern sind nicht mehr aktuell!
00:35:58: Und manche, die wir erreichen möchten nicht mehr reden weil sie a- ihr schon bei der Polizei waren B. Mit der Sache abgeschlossen haben oder C. Angst haben.
00:36:10: Aber wir konnten mit einer weiteren Frau telefonieren, die damals im Zug saß.
00:36:15: Wie nennen sie Lisa?
00:36:17: Was auch nicht ihr echter Name ist.
00:36:20: Sie wurde nach dem Vorfall auch als Zeugen vernommen.
00:36:23: Heute ist sie sich allerdings nicht mehr sicher ob sie damals überhaupt ernst genommen wurde.
00:36:29: Ich frage mich bis heute Ob die wirklich auf die Aussage an sich genommen haben, weil ich hab da schon ein paar Dinge erzählt, die vielleicht auch wichtig sein könnten.
00:36:41: Lisa will an diesem Samstag vor zehn Jahren mit einer Freundin in einen Club nach Magdeburg.
00:36:47: Sie steigen fünf Stationen vor Haldensleben ein – also vor dem Ort wo Hannes und Robin und ihr anderen dazukommen.
00:36:54: Im Zug ist es laut und stickig!
00:36:58: Lisa und ihre Freundinnen finden zwei Plätze Neben zwei Hallefans.
00:37:05: Die Freundin von Lisa hat lange knallrot gefärbte Haare und erntet gleich mal ein paar Sprüche von den umsitzenden Männern.
00:37:13: Auf eine bestimmte Art, erinnert sich Lisa.
00:37:15: heute ist die Stimmung im Zug irgendwie auch lustig aber unter so vielen besoffenen und ziemlich enthemmten Männern fühlt sie sich gleichzeitig alles andere als sicher.
00:37:27: ich glaube das kann jede Frau nachempfinden.
00:37:30: Dadurch, dass ich mich da ja schon so ein bisschen unwohl gefühlt habe war mein erster Gedanke.
00:37:35: So ey!
00:37:36: Zu deiner Sicherheit hier im Zug, falls irgendwas passieren würde gebt doch Kameras.
00:37:40: Naja und dann hab' ich jetzt auch umgeschaut und das ist mir aufgefallen, dass die ganzen Kameras abgeklebt waren mit Sticker von Fußballhalle-Stickerheit.
00:37:51: Wenn man sich in der Szene umhört, ist das tatsächlich Gang & Gebe?
00:37:55: Das Ultra ist erstmal alle Überwachungskameras zu kleben wenn sie in einen Zug oder ein Bus steigen.
00:38:01: Damit später niemand zu identifizieren ist.
00:38:05: Viel mehr passiert auf Lisas Fahrt dann aber erst mal nicht, bis Hannes und seine Freunde
00:38:10: zusteigen.".
00:38:28: Bescheid oder Gutausbrüche oder keine Ahnung was, aber das haben wir einfach nicht wahrgenommen.
00:38:35: Dann habe ich mich gefragt warum haben wir es nicht wahr genommen?
00:38:39: Erstens vielleicht weil die ganze Grundstimmung im Zug schon relativ laut war wenn da halt so besoffene Fußballfans quasi drinnen sind.
00:38:49: Oder
00:38:50: Es ging einfach So schnell dass er gar keiner schreien konnte so weiß ich meine
00:38:57: Das hat uns auch Hannes Freund Robin gesagt, dass alles so schnell ging.
00:39:03: Von dem Moment an in dem sie in den Zug gestiegen sind bis zu dem Moment, an dem Hannes aus dem Zug gefallen ist.
00:39:12: Das waren vielleicht zehn Sekunden?
00:39:15: Fünfzehn?
00:39:16: Vielleicht dreißig habe ich damit gesagt und ich hatte keine Zeit dafür, welche zum Betrunken war.
00:39:21: in der ersten Aussage Es sind Zeiten für dafür, wenn du dann bei der Polizei sagst.
00:39:28: War das alles so frisch?
00:39:30: jetzt mit Abstand?
00:39:32: Wenn man das in Ruhe realisieren kann was da passiert ist aber wenn man es den Jahren auch mal so... Das war doch gar nicht lang!
00:39:46: Alles insgesamt vielleicht eine Minute,
00:39:48: wenn überhaupt.
00:39:51: Heute können wir dank der folgenden Ermittlung sehr genau sagen, wie lange es gedauert hat.
00:39:57: Es war keine Minute – es waren einunvierzig Sekunden.
00:40:02: Einenunvierzig Sekunden dauerte die Zugfahrt für Hannes Schindler.
00:40:06: Einunviertzig Sekunde dauerte bis er Kopfüber aus der Regionalbahn fällt.
00:40:12: Achtundbreißig kmh fährt der Zug da!
00:40:16: Lisa, die zweite Zeugin aus dem Zug sitzt mit dem Rücken zur Tür, Sie
00:40:22: hat nichts
00:40:23: gesehen.
00:40:25: Aber ihre Erinnerung an die Situation ist trotzdem interessant.
00:40:30: Also,
00:40:31: wir sind angehalten
00:40:31: in Heinz-Sehm, standen da ... Der Zug ist angefahren, also war quasi gerade dabei zu beschleunigen und dann fing es schon an, dass der Zug irgendwie gewackelt hat.
00:40:46: Und dann kam halt schon diese Äußerung so ja, die haben ja grade ... rausgeschmissen.
00:40:55: Ihr habt es vielleicht gemerkt, Lisa sagt nicht das sie gehört hat der ist da raus gesprungen sondern dass jemand von den Hallefans um sie herum gesagt hat die haben denen da gerade raus geschmissen.
00:41:06: wir fragen deshalb nochmal genauer
00:41:09: nach?
00:41:10: Das
00:41:10: haben Sie und Ihre Freundin wirklich gehört?
00:41:14: Also gerade auf so in dieser Beschleunigungsphase hat der Zug gewackelt Und irgendwann haben wir so Stimmen wahrgenommen, wie gesagt, die haben den gerade rausgeschmissen.
00:41:29: Während der Fahrt, der wurde gerade einfach
00:41:30: ausgeschnitten.".
00:41:32: Lisa sagt sie ist nach dem merkwürdigen Erlebnis erst mal viel zu perplex um das was da gerade passiert sein muss richtig einordnen zu können.
00:41:41: aber sie macht sich sofort auch Sorgen.
00:41:45: Na ja und nach diesem Vorfall, nach diesen Wackeln hatte man natürlich halt auch selber um einen selber Das
00:42:11: Lisa-Sorge damals nicht unberechtigt ist, zeigt die Aussage einer weiteren Zeugen aus dem Zug.
00:42:18: Die vor sechs Jahren bei Stern TV anonym über das Erlebnis gesprochen
00:42:21: hat.".
00:42:23: Auch sie will aus Angst vor den Männern aus dem Zug damals nicht erkannt werden.
00:42:29: Wir haben auch diese Zeugen kontaktiert, Sie möchte aber nicht mit uns sprechen.
00:42:34: Daher spielen wir Ihre damalige Aussage vor.
00:42:37: Sie sagt ... hat dann es aufgestanden und hat gerufen,
00:42:54: Mensch das muss
00:42:54: doch nicht sein.
00:42:55: Du dieser Gruppe Leuten!
00:42:57: Und einer davon kam zurück, hat sich in den Gang gestellt und hat zu meinem Freund gesagt und du setzt dich
00:43:03: mal lieber hin, hältst
00:43:04: dich daraus, weil ansonsten bist
00:43:06: du der
00:43:06: Nächste.".
00:43:06: Das hat
00:43:07: fürchterlich
00:43:08: gewackelt immer weiter und immer weiter.
00:43:10: Wir haben auch gesehen dass eine von den Leuten definitiv
00:43:13: einen Schlagring in
00:43:14: der Hand hatte.
00:43:16: Auf einmal ging
00:43:16: die Tür auf, es ging ganz
00:43:17: schnell, Tür auf.
00:43:18: Tür zu Das erzählt uns auch Lisa heute.
00:43:35: Im Zug ist es plötzlich leise, aber die Stimmung sei auch nicht direkt bedrückt oder betroffen gewesen.
00:43:42: Lisa ist bis heute ziemlich irritiert wenn sie daran zurückdenkt.
00:43:50: Ich will nicht sagen totgeschwiegen, aber normalerweise herrscht ja wenn so eine Tragödie passiert.
00:43:59: Eigentlich Partygezug!
00:44:00: Wenn da jetzt irgendwer aus dem Zug fällt dann ist eigentlich so ey hier scheiße.
00:44:05: Aber das war nicht so.
00:44:08: es ist passiert und das wurde irgendwie so so hingenommen hat es irgendwie nicht verdrängt aber untergespielt.
00:44:23: Nur ein paar Meter entfernt von der verängstigten Lisa an der Tür, schied doch immer Hannes Freund Robin.
00:44:29: Er hat ja vorhin erzählt – seine erste Reaktion als Hannes weg war, bar zum Handy zu greifen um Hannes anzurufen.
00:44:38: Aber Hallefans haben ihn sofort angeschrien.
00:44:42: Handy weg!
00:44:44: Also steht er da und tröt sich nicht vom Fleck Um ihn herum nur Stille Die Stille nach dem Sturz.
00:45:10: Der Zug setzt seine Fahrt fort, nachdem Hannes rausgefallen ist.
00:45:15: Es geht einfach weiter als sei nichts passiert.
00:45:19: Vom Zugführer kommt nur die Ansage dass man bitte von den Türen weg treten soll.
00:45:25: Und so schnell gerade alles passiert ist, so schier endlos vergehen jetzt für Robin die nicht mal sechs Minuten nach Waldorf.
00:45:32: Dem nächsten Halt.
00:45:34: Da wollen er und die beiden anderen Freunde sofort raus.
00:45:37: Bloß weg hier!
00:45:38: Und irgendwie nach Hannes schauen ihn anrufen sich irgendwo treffen.
00:45:42: hoffentlich hatte sich nichts verstaut oder gebrochen oder so.
00:45:46: Als der Zug anhält sind die Hallefans die vor ihnen stehen dann aber nicht mehr so ruhig.
00:45:53: Und dann sind wir an der Haltestelle angekommen.
00:45:56: Dann hatten wir uns schon umgedreht zur Tür und den Türknopföffner hat, dass wir den Schnee raus und die dann auch versuchten rauszudrängen zu drängen, das wir aussteigen und so.
00:46:07: Da gab es irgendwie noch ein Handgemengel, weil auf einmal war noch ein Käppi.
00:46:11: als er zog dann weiter vor, lag ein Käppy von denen auf dem Bahnsteig.
00:46:16: Das war halt von denen keine Ahnung wie das da hingekommen ist, keine Ahneu.
00:46:21: Und dann ging halt die Schose los, dann halt irgendwie die Handes erreichen.
00:46:25: Es ging nicht.
00:46:26: Und dann haben wir halt überlegt, was wir machen.
00:46:33: Aber irgendwie so auf die Polizei rufen, kamen wir halt nicht.
00:46:36: Das war für uns jetzt nicht so dramatisch oder ein Krankenwagen anzurufen.
00:46:40: Jetzt war ja direkt am Bahnhof.
00:46:44: Sollten da schon passieren?
00:46:46: Scheiße!
00:46:48: Wie ernst die Lage ist scheint allen noch nicht bewusst zu sein.
00:46:53: Obwohl Hannes nicht ans Telefon geht.
00:46:56: Robin hat sich das oft genug vorgeworfen.
00:47:00: Er und die anderen stehen erst mal nur am Bahnhof Waldorf rum.
00:47:03: Und versuchen, gemeinsame Freunde zu erreichen.
00:47:07: Irgendjemand der sie jetzt abholen kann.
00:47:11: Um einfach loszulaufen und Hannes zu suchen ist der Weg nach Haldensleben zu weit... ...und der Weg entlangt der Schienen zu dunkel und gefährlich.
00:47:18: Das war noch mit dem Krankenwagen in uns vorbei.
00:47:22: Weil wir da ewig noch in Waldorff standen.
00:47:25: Wir haben ihn dann da, wir haben ihn ja gefunden andere Jugendliche.
00:47:32: Wir sind dann mit ihm nach Haldens in das Krankenhaus und dann sind die ja gleich nach Machtur, wo ich gefahren bin.
00:47:37: Und da im Fahrdorf stehst du dann so unten auf der Kanal und man geht oben die Straße so lang.
00:47:44: Da haben wir schon einen Krankenwagen gesehen also wir wussten dass sie einem nahe hinein.
00:47:50: Das wird eigentlich gewesen
00:47:51: sein.
00:47:53: Später fahren die drei Freunde zurück nach Hildensleben.
00:47:56: Irgendwann sind sie wieder an Magdeburg.
00:47:59: im Krankenhaus treffen Hannes Eltern.
00:48:03: Erst am Sonntag wird Robin das Ausmaß dieser Katastrophe bewusst.
00:48:07: Das war kein Bruch und keine Stauchung, Hannes ist mit dem Kopf vermutlich gegen eine Steinkante gestürzt.
00:48:15: Diese Kopfverletzung war lebensgefährlich.
00:48:18: – als klar wird dass Hannes keine Chance mehr hat verabschiedet sich Robin nicht noch mal von seinem Freund.
00:48:25: Anders als Robert geht Robin nicht nochmal zu ihm.
00:48:28: Er will es nicht
00:48:30: Wäre eine Möglichkeit bestanden, aber ich wollte ihn so, dass sie sich in der Erinnerung
00:48:40: behalten.
00:48:41: Für Robin steht bis heute fest, das Hannes Leben nicht durch einen Unfall beendet wurde – nicht durch ein Unglück sondern mutwillig.
00:49:07: Erkenntnis meiner Sichtweise, nach meinem Gefühl ist es so.
00:49:12: Und er wird sich... Ja, das soll erst mal... Dann sollen sie's beweisen!
00:49:18: Das ist nicht so wahr.
00:49:19: Wenn soll der Typ das sagen?
00:49:20: Dass das nicht so
00:49:21: war.".
00:49:22: Die Saat-Typ von dem Robin spricht – dass is ein Hallefan aus dem Zug, der ihm gleich aufgefallen ist.
00:49:29: Weil er damals so wirkt als sei er eine Autoritätsperson unter den Ultras Robin glaubt, dass dieser Mann nah an der Tür dabei war und gesehen haben muss, was genau dort passiert ist.
00:49:42: Die werden alle wissen, wer das dann im Endeffekt war?
00:49:47: Alle, die im Zug waren, werden das wissen!
00:49:50: Dieser Mann taucht in mehreren Zeugenaussagen auf.
00:49:54: Er ist auch der Zeugen Kim aus der Pankgruppe aufgefallen.
00:49:58: Ja, daran erinnere ich mich noch.
00:50:00: Und er wirkte halt
00:50:01: vom Auftreten ein bisschen
00:50:02: mehr
00:50:04: ...
00:50:05: Und Kim muss bis heute vor allem an ein Detail denken, das sie damals an ihm aufgefallen ist.
00:50:12: Ein Fischerhut den er trug!
00:50:15: Man
00:50:19: muss dazusagen, die ermittler stellen später fest dass vermutlich mehrere Hallefans damals im Zug einen Fischer-Hut getragen haben.
00:50:28: Aber die Zeugenen mit denen wir sprechen meinen einen bestimmten Mann Ein, der unter den Fans anscheinend was zu sagen hat.
00:50:37: Der zweiten Zeug in Lisa fällt der Mann auch auf.
00:50:41: Sie denkt aber nach dem Vorfall nicht mehr an ihn – sie realisiert überhaupt nicht, was da gerade passiert ist!
00:50:48: Das irre war, sagt Lisa heute, dass sie und ihre Freundinnen als der Zug in dieser Nacht dann endlich in Magdeburg war gar nicht zur Polizei gegangen sind … sondern nach Hause….
00:51:00: Erst drei Wochen später sieht Lisa auf Facebook einen Artikel.
00:51:04: Und da steht alles, dass Hannes aus dem Zug gestürzt und gestorben ist – das Zeugen gesucht werden!
00:51:13: Und Lisa meldet sich bei der Polizei.
00:51:23: Und dann bin ich in mich gegangen und denke mir so, ja
00:51:31: stimmt.
00:51:32: Das war eigentlich Sonnetpargötchen, das war eigentlich so
00:51:34: schlimm!
00:51:35: Man hätte einfach wirklich die Polizei gerufen müssen aber es haben uns nicht in den Kopf und ich weiß nicht ob das Verdrängung war... ...und bei der Aussage da haben meine Freundin oder ich uns auch so schlecht gefühlt wird er mit der Frage so wollen wir uns da die Polizei nicht gerufen?
00:51:50: Ja, stimmt, das hätten wir eigentlich gut müssen.
00:51:53: Lisa und ihre Freunden werden dann getrennt voneinander befragt.
00:51:57: Sie sagt, das habe insgesamt fast fünf Stunden gedauert.
00:52:27: Für diesen Podcast werden wir uns auch auf die Suche nach diesem Mann mit dem Angler oder Fischerhut machen.
00:52:33: In den Ermittlungsakten wird er immer wieder als einer der Anführer der Ultras beschrieben und wenn die Zeuginnen Kim und Lisa ihn gesehen haben, dann müsste er sich ja auch in genau dem Bereich aufgehalten haben wo Hannes stand.
00:52:47: Robin sagt uns ja dieser Mann müsse gut gesehen haben was an der Tür passiert ist – das weiß der Mann also über Hannes Tod!
00:53:00: Hannes wird am XXI.
00:53:02: Oktober, auf dem Friedhof in Barleben beigesetzt.
00:53:06: Die Anteilnahme ist riesengroß.
00:53:09: Hunderte Fans vom ersten FC Magdeburg kommen.
00:53:12: Hannes Bruder Christoph erinnert sich?
00:53:15: Weil da waren ja im Grunde hunderte Menschen mit auf den Friedhof.
00:53:18: Da war fast nicht mehr die Möglichkeit diesen Abschiedsmomenten zu bekommen.
00:53:22: Ich glaube das war gut.
00:53:24: Diese Ablenkung wieder Um zu sehen krass was hat das für Willen geschlagen?
00:53:28: Was ist hier los?
00:53:30: Ja, und dann halt auch beeindruckend von wo sie überkam.
00:53:32: Also diverse Ultragruppierungen von hier und da – das ist schon gut zu sehen!
00:53:36: Dass im Grunde auch sehr viel Positives in der ganzen Community steckt
00:53:40: ja.".
00:53:42: Auf dieser Beerdigung kommt ein Mann auf die Eltern von Hannes Zoo, der seitdem aus dem Leben des Schindlers nicht mehr wegzudenken
00:54:00: ist.
00:54:10: Dieser Mann heißt Willem Töller, genannt Willy.
00:54:13: Und in der nächsten Folge müssen wir über ihn und mit ihm reden.
00:54:17: Denn auf der Beerdigung von Hannes beginnt eine enge und unwahrscheinliche Verbindung die bis heute hält.
00:54:25: Eine zwischen zwei Welten, die lange nichts miteinander zu tun hatten obwohl beide für Hannes so wichtig waren Die zwischen den Ultras und Hannes Familie.
00:54:37: Bei der Beerdigung beginnt aber noch etwas, und zwar bei Robert, Hannes besten Freund.
00:54:43: Er macht sich Vorwürfe, dass er nicht auf Hannes aufgepasst hat.
00:54:48: Und gleich darauf steigt da eine unbändige Wut in ihm auf.
00:54:53: Nach seiner Besetzung ging es so langsam los Stück für Stück.
00:55:00: Gedanken, Gedanken ...
00:55:15: Robert sagt, er war nie ein Kind von Traurigkeit.
00:55:18: Er war anders als Hannes lange auch mit dem Magdeburger Hooligans unterwegs hat sich mitgeschlagen wenn es Verabredungen mit anderen Gruppen gab und ist danach wieder in sein normales Leben zurückgekehrt.
00:55:30: Es war wie ein Ventil, sagt er wie ein Schalter, den er umlegen konnte.
00:55:35: Aber mit dem Tod von Hannes verändert sich etwas in Robert.
00:55:40: Er findet es falsch, dass die Magdeburger Ultras bald alle Spiele gegen Halle ignorieren und nicht mehr ins Stadion kommen – nicht mehr bei Heim spielen!
00:55:49: Als gäbe ist den Hallischen FC nicht mehr.
00:55:52: Robert will was anderes….
00:55:54: Er will die Hallefans nicht ignorieren ….
00:55:57: Er will sie an ihre Schuld erinnern.
00:56:01: Deswegen fährt er im Frühjahr zehntausendsehnten mit ein paar wenigen trotzdem zum Auswärtsspiel nach Halle und nimmt einen Banner mit den Stadion.
00:56:10: Feige Mörder steht darauf in dicken Buchstaben, die Wut übernimmt Roberts ganzes Denken.
00:56:40: Die ist gut mit mir, die meinten haben.
00:56:42: Weil sie merkte, oh, Blaschi ist was.
00:56:46: Einfach sich gemacht.
00:56:48: Ich wollte mein Fokus, mein Fokussatisart.
00:56:50: Das muss eine Ahnung geben.
00:56:55: Alle anderen sind schuld.
00:56:57: Rache gegen
00:56:57: den?
00:56:58: Auf C-Fenz.
00:57:00: Hast du überlegt,
00:57:01: ihn
00:57:02: zu
00:57:02: fahren?
00:57:02: Nicht nur ich, einige andere.
00:57:04: Viele andere.
00:57:06: Manche haben es auch probiert und die haben sie schon abgefangen auf der Autobahn.
00:57:16: Ich weiß so von Leuten, die noch weitergegangen werden...
00:57:20: Es gibt aber noch einen Weg.
00:57:22: Während einige wie Robert Drache wollen, wünscht sich Hannes Bruder Christoph eine Lösung der Vernunft an keine Deckewalt.
00:57:32: In seiner Rede im Stadion hat er ja noch dafür appelliert.
00:57:36: Ja
00:57:37: ich hatte irgendwie innerlich dieses Verlangen dass ich irgendwie helfen möchte.
00:57:42: Ich möchte das irgendwie raustragen um eventuell eine Wiederholung im Grunde zu verhindern.
00:57:48: Das war im Nachhinein blauäugig Ja, auch wenn es vielleicht damals gut ankam.
00:57:54: Aber ich glaube ein paar Wochen später musste man wieder was von irgendwelchen Übergriffen von FC M-Fans oder sowas lesen wo ich dann im Wunder nur den Kopf schütteln kann und sage ihr habt im Grunde gar nichts verstanden.
00:58:03: Viele sind in ihrem Schwarz-Weiß denken Und nur weil ich denn da stehe und über einen Vorfall erzähle ändert sich nicht das Denken von denen und das Handeln vor allem.
00:58:14: Es sind drei Männer und drei Wege die sich nun nach der Beisetzung von Hannes eröffnen Willi und die Bildung einer Allianz, Robert und der Wunsch nach Rache.
00:58:27: Und Christoph mit der Hoffnung auf Frieden!
00:58:32: Die Schindlers werden jeden dieser Wege mitgehen – und wir werden jeden in der nächsten Folge beleuchten.
00:58:40: Denn es dauert nicht lange bis das Unfassbare für die Schindler kommt.
00:58:46: Noch bevor sie richtig in Fahrt gekommen sind, friert die Staatsanwaltschaft die Ermittlung im Fall Hannes ein weil kein Fremd verschulden durch die Fans des Hallischen FC nachgewiesen werden könne.
00:59:00: Geschlossen ist der Fall damit aber nicht und damit bleibt auch die Hoffnung der Familie noch ein Stück weit offen für die Suche nach Antworten, Antworten ,die sie nun selbst finden wollen.
00:59:18: In der nächsten Folge geht es darum warum die Ermittlerinnen und Ermittlern sich im fall Hannes so schwer tun?
00:59:24: Und was Hannes Eltern dann auf eigene Faust raus bekommen.
00:59:28: Außerdem begeben wir uns in die Welt der Ultras und der Hooligans.
00:59:33: Eine Welt, in die man nicht so einfach reinkommt.
00:59:36: Und sei denn, jemand
00:59:38: packt aus!
00:59:52: Die nächste und alle weiteren Folgen könnt ihr mit einem SZ-Abo jetzt schon werbefrei hören – im Kanal Der Zug, SZ Plus auf Spotify in der weißen SZ App oder auf sz.de.
01:00:03: schrägstrich Hannes.
01:00:04: Die Links findet ihr auch an den Show notes.
01:00:10: Wie Stab Hannes ist eine Co-Produktion von der Süddeutschen Zeitung und auf Expeditions.
01:00:15: Die hosten wir, den Schütze
01:00:17: und Leonie Bartsch.
01:00:20: Produktion an Sounddesign Karolin Lenk und Julia Ongjert Zusätzliches Sounddesig, Julia Oongjert und Lorenz Schützer Skript und Recherche Marvin Kuh Patrick Bauer und David Kulesser.
01:00:33: Recherche auf Ex-Productions.
01:00:35: Leonie Bartsch, Lin Schütze, Marvin Kuh, Alexander Hosannas, Antonia Fischer und Nicole Feikenberg.
01:00:42: Chefin vom Dienst – Antonia Franz.
01:00:44: Dramaturgische Beratung – Til Krause.
01:00:47: Produktmanagement Süddeutsche Zeitung – Oliver Neumann.
01:00:51: ProduktManagement of Ex- Productions – Stefan Weikert.
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